Giro d'Italia 2017 - 19. Etappe

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18. Etappe Fr 26. Mai: 19. Etappe 20. Etappe

Zielankunft in Piancavallo: ca. 17:15 Uhr

Landa siegt, Dumoulin verliert Rosa Trikot

Mikel Landa (Sky) gewann die 19. Etappe des Giro d'Italia 2017 mit Bergankunft in Piancavallo als Bester einer 18-köpfigen Fluchtgruppe. 2 Tage vor Schluss der Rundfahrt verlor Tom Dumoulin (Sunweb) das Rosa Trikot des Gesamtführenden an Nairo Quintana (Movistar), der selbst nicht den stärksten Tag erwischte. Die ersten Plätze der Gesamtwertung rückten noch näher zusammen.

Denn ausgerechnet die Klassementfahrer auf den Plätzen 4, 5 und 6 - Pinot (FDJ), Sakarin (Katusha) und Pozzovivo (AG2R) - nahmen Quintana und Vincenzo Nibali (Bahrain) wie schon am Vortag weitere Sekunden ab. Über eine Minute büßte Dumoulin auf Quintana ein.

Schon früh auf der 19. Etappe drohte der Giro zu Ungunsten von Dumoulin zu kippen, als sich das Feld teilte und er ins Hintertreffen geriet. Diese Situation konnte er noch einmal retten, doch im 15,4 Kilometer langen Schlussanstieg musste er früh abreißen lassen.

Ergebnis
1. Mikel Landa (ESP) - Sky 4:53:00
2. Rui Costa (POR) - UAE-Emirates +1:49
3. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale-Drapac +1:54
4. Pello Bilbao (ESP) - Astana +2:12
5. Sebastian Henao (COL) - Sky +3:06
6. Jewgeni Schalunow (RUS) - Gazprom-Rusvelo +3:51
7. Luis Leon Sanchez (ESP) - Astana gl.Zeit
8. Matteo Busato (ITA) - Wilier-Selle Italia +5:05
9. Lorenzo Rota (ITA) - Bardiani-CSF gl.Zeit
10. Ilja Kotschewoj (BLR) - Wilier-Selle Italia +6:44
11. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +8:09
12. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +8:15
13. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha gl.Zeit
14. Bob Jungels (LUX) - Quick Step Floors +8:21
15. Adam Yates (GBR) - Orica-Scott gl.Zeit
16. Nairo Quintana (COL) - Movistar gl.Zeit
17. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +8:23
18. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida gl.Zeit
19. Jan Hirt (CZE) - CCC-Sprandi gl.Zeit
20. José Herrada (ESP) - Movistar +8:58
21. Ruben Plaza (ESP) - Orica-Scott +9:18
22. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +9:30
23. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ alle
24. Davide Formolo (ITA) - Cannondale-Drapac gleiche
25. José Joaquin Rojas (ESP) - Movistar Zeit
...
28. Patrick Konrad (AUT) - Bora-Hansgrohe +10:41
29. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates +10:41
30. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo +10:41
34. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Soudal +12:08
36. Gregor Mühlberger (AUT) - Bora-Hansgrohe +12:08
42. Dario Cataldo (ITA) - Astana +13:59
- 164 Fahrer klassiert.
DNF Bram Tankink (NED) - LottoNL-Jumbo

Quintana in Rosa, Top-4 innerhalb von 53 Sekunden

Nach 9 Tagen im Rosa Trikot musste Dumoulin dieses Kleidungsstück zurückgeben an Nairo Quintana. Der Kolumbianer wandelte einen 31-Sekunden-Rückstand um in einen 38-Sekunden-Vorsprung.

Nur 5 Sekunden hinter Dumoulin hielt Nibali den 3. Platz mit 10 Sekunden vor Pinot. Sakarin und Pozzovivo verkürzten ebenfalls ihren Rückstand zum Podest. Und selbst Mollema auf dem 7. Platz weist nach 19 Renntagen nur unter 3 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot auf.

Erst hinter ihm klafft die erste größere Lücke zu Adam Yates (Orica) und Bob Jungels (Quick Step), die ihrerseits nur um 28 Sekunden getrennt sind im Kampf ums weiße Trikot des besten Jungprofis. Bei noch einer ausstehenden Bergetappe halten Dumoulin und Jungels wegen des abschließenden Einzelzeitfahrens immer noch die besseren Karten in der Hand.

Gesamtwertung
1. Nairo Quintana (COL) - Movistar 85:02:40
2. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +0:38
3. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +0:43
4. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +0:53
5. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +1:21
6. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +1:30
7. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +2:48
8. Adam Yates (GBR) - Orica-Scott +6:35
9. Bob Jungels (LUX) - Quick Step Floors +7:03
10. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo +7:37
11. Davide Formolo (ITA) - Cannondale-Drapac +8:37
12. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates +14:13
13. Maxime Monfort (BEL) - Lotto-Soudal +14:32
14. Jan Hirt (CZE) - CCC-Sprandi +17:38
15. Dario Cataldo (ITA) - Astana +19:15
16. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ +26:04
17. Mikel Landa (ESP) - Sky +31:44
18. Patrick Konrad (AUT) - Bora-Hansgrohe +32:39
19. Hubert Dupont (FRA) - AG2R La Mondiale +33:22
20. Andrey Amador (CRC) - Movistar +33:37

In der Startphase der 19. Etappe gingen Bilbao (Astana), Teklehaimanot (Dimensio Data) und Paterski (CCC) mit Vorsprung über den Kreuzbergpass. Danach schlossen Chevrier (AG2R), Bilbao (Astana), Boem (Bardiani), Mühlberger (Bora), Rolland (Cannondale), Ludvigsson (FDJ), Schalunow (Gazprom), Herrada (Movistar), Devenyns (Quick Step), van den Broeck (LottoNL), Costa (UAE) und Kotschewoj (Wilier) zu dem Trio auf.

Blaues Auge für Dumoulin schon in erster Rennhälfte

130 Kilometer vor dem Ziel geriet der zum Greifen nahe Gesamtsieg für Tom Dumoulin in verheerende Gefahr. Er hielt sich unaufmerksam im hinteren Teil des Hauptfeldes auf. Eine große Gruppe mit den auf Platz 2, 3, 4 und 5 liegenden Quintana, Nibali, Pinot und Sakarin - inklusive mehrerer Teamkollegen - nutzte dies auf einem Bergabstück ab und fuhr schnell über eine Minute auf die Gruppe um Dumoulin heraus.

Dumoulin hatte Glück, dass auch Mollema, Kruijswijk und Yates den Sprung nach vorne verpassten und so Boden auf ihre vorne sitzenden Konkurrenten Pozzovivo und Jungels verloren. Bereitwillig spannten vor allem Kruijswijk und Yates ihre Helfer ein, während Dumoulins Helfer schon bald aufgebraucht waren.

Gefahr gebannt dank Unterstützung anderer Teams

Im Anstieg Sella Chianzutan wurde zunächst die Spitzengruppe 96 Kilometer vor dem Ziel eingeholt. Der zwischenzeitlich 6-minütige Vorsprung war wegen des harten Tempos der Verfolger im Nu zusammengeschmolzen. Wenig später war auch für Dumoulin die Gefahr gebannt, als zunächst van den Broeck für Kruijswijk bergauf Dampf machte und schließlich Yates die letzten Meter zur Gruppe um Quintana und Nibali überbrückte.

Das nun einschlafende Tempo nutzten Bilbao, Sanchez, Rolland, Schalunow, Henao und Costa, um noch vor dem Bergpreis zu entkommen. Gerade rechtzeitig lösten sich 75 Kilometer vor dem Ziel noch Visconti, Chevrier, Boem, Rota, Molard, Herrada, Rojas, Plaza, Capecchi, Landa, Busato und Kotschewoj, bevor einige der Klassementfahrer zum Austreten rechts heranfuhren.

Die 12 Verfolger holten die 6 Mann an der Spitze 55 Kilometer vor dem Ziel ein, während der Vorsprung vorm Hauptfeld auf über 11 Minuten anwuchs. Unter den nun 18 Spitzenreitern war Landa der deutlich beste Bergfahrer, weswegen die Gegner noch vor dem Schlussanstieg etwas probieren mussten.

Landa aus Spitzengruppe am Berg nicht zu schlagen

Die Springerei begann erst 25 Kilometer vor dem Ziel mit einer Attacke von Rolland. 3 Kilometer später setzte sich jedoch Sanchez und Molard ab und begannen den Schlussanstieg mit einer halben Minute Vorsprung. Sanchez hängte sofort Molard ab. Costa erreichte Sanchez nach 4 Kilometern. Eine Gruppe mit Henao, Landa und Rolland überholte Sanchez. Landa fuhr vor zu Costa und distanzierte diesen etwa an der 10-Kilometer-Marke.

Rolland holte in der Folgezeit Costa ein, der sich an Rollands Hinterrad wohler fühlte als allein. Landa baute den Vorsprung auf die beiden Verfolger beständig auf am Ende fast 2 Minuten aus. Costa übersprintete Rolland kurz vor dem Ziel und belegte zum 3. Mal den 2. Platz beim Giro 2017. Dieses Schicksal blieb Landa erspart. Neben dem Bergtrikot holte er sich nun ein weiteres Trostpflaster für die geplatzten Ambitionen in der Gesamtwertung ab.

Bergwertung
1. Mikel Landa (ESP) - Sky 224 p.
2. Luis Leon Sanchez (ESP) - Astana 118
3. Omar Fraile (ESP) - Dimension Data 104
4. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale-Drapac 70
5. Nairo Quintana (COL) - Movistar 64

Im Schlussanstieg war Landa übrigens ungefähr so schnell wie Dumoulin und knapp anderthalb Minuten langsamer als Pinot, der den Schlussanstieg nach Piancavallo damit am schnellsten bewältigte. Nach 3 schwierigen Wochen und einer erneut aufreibenden Etappe schienen die Klassementfahrer auf dem Zahnfleisch zu gehen. Quintana und Nibali konnten beinah nicht das Tempo ihrer Helfer halten, die sich im Schlussanstieg aus der Spitzengruppe zurückfallen ließen.

Dumoulin hielt sich schon zu Beginn des Schlussanstiegs mit ein paar Meter Abstand hinter seinen Konkurrenten auf. Auch Jungels schien in Probleme zu geraten, erholte sich dann aber. Für etwa ein Viertel des Schlussanstiegs hatte Dumoulin noch seinen diesmal letzten Helfer Geschke an seiner Seite. Aus der Gruppe um Quintana und Nibali fiel Kruijswijk zurück. Er musste auch Dumoulin um mehr als eine Minute ziehen lassen.

Pinot attackiert und hält kleinen Vorsprung

Es waren Pellizotti, Nibali, Pozzovivo, Konrad, Formolo, Hirt, Pinot, Reichenbach, Quintana, Yates, Jungels, Sakarin und Mollema beisammen, da attackierte Pinot und wurde von allen anderen bis zum Ziel nicht mehr gesehen. Nibali und Quintana probierten es auch. Aber sie kamen weder zu Pinot vor, noch konnten sie Sakarin, Pozzovivo, Mollema, Yates und Hirt abhängen.

Sakarin probierte eine erste Attacke mit Pozzovivo am Rad, die noch nichts brachte. Die Kapitäne erhielten jetzt Unterstützung von den zurückfallenden Rojas, Herrada und Visconti. Sakarin ließ sich davon nicht beirren und setzte seine nächste Attacke hinter der 5-Kilometer-Marke. Wieder war Pozzovivo dabei, und beide erreichten nur 6 Sekunden hinter Pinot das Ziel.

Nibali und Quintana beschleunigten erst auf dem letzten Kilometer. Jungels hatte da wieder den Weg zurück zu ihnen gefunden. Auch nur 12 Sekunden verloren Jungels, Quintana und Yates zu Pinot. 2 mehr waren es bei Mollema, Nibali und dem aufblühenden Hirt. Dumoulin machte noch das Beste aus einem Tag, der 2-mal zum Fiasko hätte werden können.


Vorschau auf diese Etappe: Die 19. Etappe des Giro d'Italia 2017 hält die letzte Bergankunft der diesjährigen Rundfahrt bereit. Nach dem Start in Südtirol wird die Provinz schnell über den Kreuzbergpass verlassen. Auch der nächste bezeichnete Anstieg - Sella Chianzutan - liegt weit vor dem Ziel, so dass sich auf der dann flachen Anfahrt bis Aviano alles auf den Schlussanstieg zum Wintersportort Piancavallo konzentriert. Aviano liegt auf nur 159 Metern über Meereshöhe, Piancavallo auf 1290. Zwischen beiden Orten liegen 15,4 Kilometer Straße, auf der man im Gesamtklassement ein weiteres Mal bei diesem 100. Giro etwas bewegen kann. Die Attacken im durchschnittlich 7,3 % stielen Anstieg nach Piancavallo (maximal 14 %) sollten jedoch zeitig kommmen, weil die letzten Kilometer, insbesondere der Schlusskilometer, vergleichsweise flach sind.

18. Etappe Fr 26. Mai: 19. Etappe 20. Etappe

Giro d'Italia 2017

Giro d'Italia 2017
19. Etappe (191,0km)
von Innichen
nach Piancavallo

-km178 12:31 Kreuzbergpass
-km144 13:21 Sappada
-km87 14:52 Sella Chianzutan
-km35 16:01 Maniago
-km0 17:15 Piancavallo

Etappensieg:
Mikel Landa (ESP)

Rosa Trikot:
Nairo Quintana (COL)

Punktewertung:
Fernando Gaviria (COL)

Bergwertung:
Mikel Landa (ESP)

Bester Jungprofi:
Adam Yates (GBR)

Teamwertung:
Movistar

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