Giro d'Italia 2017 - Favoriten

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Gesamtwertung

Der Gesamtsieg beim Giro d'Italia 2017 ist besonders prestigeträchtig, weil es sich um die 100. Ausgabe des zweitwichtigsten Radrennens handelt. Top-Favoriten sind Vorjahressieger Vincenzo Nibali (Bahrain) und Nairo Quintana (Movistar), Gesamtsieger von 2014.

Die erweiterte Favoritenliste bzw. die Liste der Podestkandidaten ist lang und unberechenbar, weil viele der hoch gewetteten Fahrer entweder eine wechselhafte Geschichte bei 3-wöchigen Rundfahrten haben - oder beim Giro 2017 sogar zum ersten Mal von Anfang an auf Sieg fahren.

Mikel Landa (Sky) war beim Giro vor 2 Jahren Gesamtdritter, obwohl er zunächst hinter seinem damaligen Astana-Teamkollegen Aru zurücksteckte. Im Vorjahr schied er dagegen als Kapitän aus, und auch weitere Auftritte bei Giro und Vuelta waren durchwachsen. Landas derzeitiger Stallgefährte und Co-Kapitän Geraint Thomas (Sky) fährt dagegen das erste Mal auf Gesamtwertung. Er beendete die beiden letzten Ausgaben der Tour de France als Helfer auf dem 15. Platz und könnte der nächste Fahrer werden, der die Symbiose vom Bahnfahrer zum Bergfloh durchlebt.

Ein niederländisches Trio aus 3 verschiedenen Teams rechnet sich ebenfalls große Chancen aus. Zuerst zu nennen ist Steven Kruijswijk (LottoNL), der dem Giro 2016 den Stempel aufdrückte und erst kurz vor Schluss vom Rosa Trikot auf den 4. Platz zurückfiel. Wie Geraint Thomas wird Tom Dumoulin versuchen, seine Zeitfahrstärke auszuspielen und bei den Bergen dabei zu bleiben. Etwas ruhiger wurde es zuletzt um Bauke Mollema (Trek), der auch noch nie 3 Wochen am Stück seine Form halten konnte.

Thibaut Pinot (FDJ) stand schon auf dem Tour-Podest, hat nun als Franzose seine Liebe zu Italien entdeckt und verzichtet angeblich zugunsten des 100. Giro d'Italia auf seine Ambitionen bei der Tour de France. Auf diese hatte sich die letzten beiden Jahre Quintana konzentriert, der nun tatsächlich das erste Doube (nach Pantani 1998) anstrebt, nachdem er im Vorjahr im Nachgang zur Tour de France die Vuelta gewonnen hatte.

Weitere Mitfavoriten beim Giro 2017 sind Adam Yates (Orica) und Ilnur Sakarin (Katusha). Eher schon die Top-Ten als ein Podestplatz dürften für Bob Jungels (Quick Step) und Domenico Pozzovivo (AG2R) drin sein. Als Wundertüten kommen beispielsweise Tejay van Garderen, Rohan Dennis (beide BMC), Tanel Kangert (Astana), Rui Costa (UAE) infrage und als Plan B im Falle des Scheiterns seines Kapitäns Wilco Kelderman (Sunweb).

Tipp: Es gewinnt Quintana vor Nibali. Auf den 3. Platz kommen entweder Thomas, Landa, Pinot, Yates oder Dumoulin.

Aus den Top-3 des Giro d'Italia im Vorjahr fehlen 2017 Esteban Chaves (Orica) und Alejandro Valverde (Movistar). Ebenso auf andere Rennen konzentrieren sich allen voran Chris Froome (Sky), Alberto Contador (Trek), Romain Bardet (AG2R), Richie Porte (BMC).

Tragisch ist die Abwesenheit von Fabio Aru und Michele Scarponi (beide Astana). Aru musste verletzungsbedingt absagen und verpasst damit die Giro-Teilnahme in seiner Heimat auf Sardinien. Dies ist jedoch nichts dagegen, dass sein Vertreter Michele Scarponi kurz vor dem Giro bei einem Trainingsunfall ums Leben kam.

Massensprints

Bis zur 13. Etappe haben die Sprinter voraussichtlich 6 Chancen in Massenankünften. Die restlichen 7 Etappen durch die Berge werden sich wahrscheinlich nur noch Sprinter geben, die Aussicht auf das violette Trikot in der Punktewertung haben und nicht für die Tour de France vorgesehen sind.

André Greipel (Lotto) könnte seine Serie bei allen großen Rundfahrten, bei denen er seit 2008 am Start stand und mindestens einen Etappensieg holte, auf 12 erhöhen. Die gefährlichsten Gegner für Greipel dürften Fernando Gaviria (Quick Step) und Caleb Ewan (Orica) sein.

Auch noch für Etappensiege gut sind Sacha Modolo (UAE) und Giacomo Nizzolo (Trek), die es wegen der Punktewertung wohl auch am ehesten aufs Durchfahren nach Mailand anlegen werden. Dann gibt es noch Sam Bennett (Bora), der noch auf einen Sieg bei einer der 3 großen Rundfahrt wartet.

Siege anderer sprintstarker Fahrer wären hingegen schon als überraschend zu bezeichnen, wie durch Nicola Ruffoni (Bardiani), Kristian Sbaragli (Dimension Data), Jakub Mareczko (Wilier) oder Phil Bauhaus (Sunweb).

Die namhaftesten Sprinter, die beim Giro 2017 fehlen, sind Peter Sagan (Bora), Marcel Kittel (Quick Step), Alexander Kristoff (Bora), Arnaud Démare (FDJ), Mark Cavendish (Dimension Data), Nacer Bouhanni (Cofidis), Michael Matthews (Sunweb) und Dylan Groenewegen (LottoNL). Diese Fahrer gehen einen anderen Weg zur Tour de France. Cavendish ist zudem krank und Bouhanni verletzt bzw. ohnehin nicht eingeladen. Letzteres trifft auch auf Byan Coquards (Direct Energie) Team zu. Eine bittere Pille musste Elia Viviani (Sky) schlucken, der als Italiener nicht beim 100. Giro d'Italia fahren darf, weil sich sein Team 2017 allein auf die Gesamtwertung konzentriert.

Giro d'Italia 2017
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