Tour de France 2017 - 13. Etappe

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12. Etappe Fr 14. Juli: 13. Etappe 14. Etappe

Zielankunft in Foix: ca. 17:23 Uhr

Barguil holt Sieg nach

Auf der 9. Etappe dachte er, dass er gewonnen hat - nun gewann er wirklich: Warren Barguil (Sunweb) entschied in Foix eine animierte, nur 101 Kilometer lange 13. Tour-Etappe in den Pyrenäen für sich. Am französischen Nationalfeiertag setzte sich der 25-jährige Franzose im 4er-Sprint deutlich vor Nairo Quintana (Movistar), Alberto Contador (Trek) und Mikel Landa (Sky) durch.

Mit 1:39 Minuten Rückstand fuhren Simon Yates (Orica) und Daniel Martin (Quick Step) auf den 5. und 6. Platz. Am Ende des kurzen Renntages mit 3 Pyrenäenpässen lösten sich beide im abschließenden Flachstück um 9 Sekunden aus der Top-Gruppe der Klassementfahrer.

Contador einmal mehr der große Animateur

Contador, Landa und Barguil hatten im ersten Anstieg, dem Col de Latrape, angegriffen, wobei Contador einmal mehr in seiner Karriere der große Animateur war. Quintana machte sich am Col d'Agnes auf die Aufholjagd. Gemeinsam mit dem zurückgefallenen Barguil holte er Contador und Landa dann an der Mur de Péguére ein. Landa war unterwegs zeitweise nur wenige Sekunden vom virtuellen Gelben Trikot entfernt.

Der Gesamtführende Fabio Aru (Astana) war am Col de Latrape schnell von Helfern isoliert, pokerte aber erfolgreich auf die Unterstützung anderer Teams, damit der Vorsprung des gefährlichen Landa nicht zu groß wurde. Sogar Landas Kapitän Chris Froome (Sky) schien nervöser als Aru zu sein, dass der Gesamtsieg in Richtung Landa entgleiten könnte. Bei Aru und Froome blieben Uran (Cannondale), Bardet (AG2R), Meintjes (UAE) und Kwiatkowski (Sky), der an der Mur de Péguère aus der Gruppe mit Quintana und Barguil zurückfiel.

Ergebnis
1. Warren Barguil (FRA) - Sunweb 2:36:29
2. Nairo Quintana (COL) - Movistar gl.Zeit
3. Alberto Contador (ESP) - Trek-Segafredo gl.Zeit
4. Mikel Landa (ESP) - Sky +0:02
5. Simon Yates (GBR) - Orica-Scott +1:39
6. Daniel Martin (IRL) - Quick Step Floors gl.Zeit
7. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky +1:48
8. Christopher Froome (GBR) - Sky
9. Fabio Aru (ITA) - Astana
10. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale-Drapac alle
10. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale gleiche
12. Louis Meintjes (RSA) - UAE-Emirates Zeit
13. Carlos Betancur (COL) - Movistar +4:08
14. Diego Ulissi (ITA) - UAE-Emirates
15. Pierre Latour (FRA) - AG2R La Mondiale
16. Serge Pauwels (BEL) - Dimension Data
17. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale
18. Damiano Caruso (ITA) - BMC alle
19. Guillaume Martin (FRA) - Wanty-Groupe Gobert
20. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Hansgrohe gleiche
21. Mikel Nieve (ESP) - Sky
22. George Bennett (NZL) - LottoNL-Jumbo Zeit
23. Pierre-Luc Périchon (FRA) - Fortuneo-Oscaro +5:56
24. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal gl.Zeit
25. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis gl.Zeit
...
54. Sergio Henao (COL) - Sky +14:20
- 177 Fahrer klassiert.
DNF Jakob Fuglsang (DEN) - Astana
DNF Arthur Vichot (FRA) - FDJ

Landa wieder im Rennen

Aru behielt die am Vortag errungene Gesamtführung 6 Sekunden vor Froome, 25 vor Bardet und 35 vor Uran. Landa verbesserte sich vom 7. auf den 5. Platz mit numehr 69 Sekunden Rückstand aufs Gelbe Trikot.

Während der 13. Etappe wurde jedoch allzu offensichtlich, dass es in Froomes Team nur einen Gesamtsieger geben soll, nämlich Froome. Man half dabei mit, dass Landa in Gelb verhindert wurde. Anstatt die taktisch hervorragende Position mit der deutlich stärkeren Mannschaft auszuspielen, würde man wohl notfalls dem eigenen Mann Landa mit aller Macht hinterherfahren, damit ein 4. Gesamtsieg von Froome nicht durch einen Teamkollegen in Gefahr gerät.

Daniel Martin und Simon Yates gaben trotz ihres finalen Vorstoßes jeweils einen Platz ab. Quintana blieb auf dem 8. Platz, konnte seinen Rückstand jedoch fast halbieren auf nur noch 2:07 Minuten. Louis Meintjes behielt den 9. Platz mit unverändert 4:51 Minuten Rückstand. Contador gelangte wieder in die Top-Ten vor George Bennett (LottoNL).

Gesamtwertung
1. Fabio Aru (ITA) - Astana 55:30:06
2. Christopher Froome (GBR) - Sky +0:06
3. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +0:25
4. Rigoberto Uran (COL) - Cannondale-Drapac +0:35
5. Mikel Landa (ESP) - Sky +1:09
6. Daniel Martin (IRL) - Quick Step Floors +1:32
7. Simon Yates (GBR) - Orica-Scott +2:04
8. Nairo Quintana (COL) - Movistar +2:07
9. Louis Meintjes (RSA) - UAE-Emirates +4:51
10. Alberto Contador (ESP) - Trek-Segafredo +5:22
11. George Bennett (NZL) - LottoNL-Jumbo +6:24
12. Mikel Nieve (ESP) - Sky +9:50
13. Pierre Latour (FRA) - AG2R La Mondiale +10:33
14. Damiano Caruso (ITA) - BMC +11:13
15. Warren Barguil (FRA) - Sunweb +14:05
16. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +14:36
17. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Hansgrohe +16:34
18. Carlos Betancur (COL) - Movistar +18:00
19. Guillaume Martin (FRA) - Wanty-Groupe Gobert +21:47
20. Brice Feillu (FRA) - Fortuneo-Oscaro +22:34
21. Sergio Henao (COL) - Sky +26:18

Warren Barguil hatte in der Gesamtwertung schon vor der 13. Etappe zu viel Rückstand, um hier noch die Top-Ten anzupeilen. Dafür war er der erste Franzose seit 12 Jahren, der am Nationalfeiertag einen Etappensieg feiern konnte. Zuletzt gelang dies David Moncoutie 2005. Außerdem baute Barguil seine Führung in der Bergwertung der Tour de France 2017 noch weiter aus. Der Sieg in Foix war erst der 3. Profisieg von Barguil nach 2 Tageserfolgen bei der Vuelta 2013.

Bergwertung
1. Warren Barguil (FRA) - Sunweb 94 p.
2. Mikel Landa (ESP) - Sky 33
3. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal 32
4. Primoz Roglic (SLO) - LottoNL-Jumbo 30
5. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale 27
6. Christopher Froome (GBR) - Sky 25
7. Daniel Martin (IRL) - Quick Step Floors 23
8. Fabio Aru (KAZ) - Astana 22
9. Alberto Contador (ESP) - Trek-Segafredo 22
10. Stephen Cummings (GBR) - Dimension Data 20

Dass Barguil es auf dieser 13. Tour-Etappe 2017 mit der Brechstange versuchen würde, sah man schon unmittelbar nach dem scharfen Start: Er verpulverte bereits auf den ersten 10 Kilometern einige Kräfte, als er mit Thomas Voeckler (Direct Energie) dem Hauptfeld um einige Sekunden vorausfuhr. Als nächstes probierte es ein Trio, bestehend aus de Marchi (BMC), Gilbert (Quick Step) und Chavanel (Direct Energie).

Beim Zwischensprint schnappte sich hinter diesem Trio Michael Matthews (Sunweb) den 4. Platz. Marcel Kittel (Quick Step) rollte kontrolliert auf den 5. Platz, womit sein Vorsprung in der Punktewertung gerade mal um 2 auf 128 Punkte vor Matthews sank.

Contador und Landa ab Col de Latrape unzertrennlich

Im Anstieg zum Col de Latrape hängte de Marchi seine beiden Mitstreiter schon wieder ab. Das Feld ums Gelbe Trikot war ohnehin nur eine Minute zurück. 70 Kilometer vor dem Ziel attackierte Barguil aus einer Verfolgergruppe, die ihrerseits nur wenige Meter vor dem Hauptfeld unterwegs war. Contador ging mit Landa am Rad ebenfalls in die Offensive.

Am Col de Latrape hatte de Marchi als Solist 16 Sekunden Vorsprung vor Barguil, Contador und Landa. Das verstreute Feld lag auch nicht wesentlich weiter zurück.

Am Übergang von der Latrape-Abfahrt in den Agnes-Anstieg holte das Verfolgertrio de Marchi ein. Sofort erhöhte Contador die Schlagzahl, so dass Barguil und de Marchi zurückfielen und nur Landa bei ihm blieb, und zwar bis zum Schluss der Etappe.

Quintana am Col d'Agnes hinterher

Nun attackierte auch Quintana, neben Contador bisher die größte Enttäuschung der Rundfahrt bezüglich der Gesamtwertung. Mit Alexis Vuillermoz (AG2R) und Michal Kwiatkowski holte er Barguil ein. De Marchi hatte mit dem weiteren Verlauf nichts mehr zu tun. Kurz unterhalb des Gipfels fiel auch Vuillermoz aus der Verfolgergruppe zurück.

Contador und Landa überquerten den Col d'Agnes 20 Sekunden vor Barguil, Quintana und Kwiatkowski. Der Vorsprung zur Gruppe ums Gelbe Trikot öffnete sich auf 2:30 Minuten. Der isolierte Aru hatte das Glück, dass sich in seiner Gruppe ein paar hintere Top-Ten-Klassementfahrer um ihre Platzierungen sorgten. Allen voran Helfer von Bennett und Meintjes machten sich um die Nachführarbeit verdient.

In der Abfahrt attackierte Bardet mit Froome. Uran und Aru gingen hinterher und neutralisierten damit diesen Ausreißversuch. Vorne hatte das Verfolgertrio Contador und Landa schon auf Sichtweite, als es in den letzten Anstieg ging. Wieder erhöhte Contador die Schlagzahl. Er und Landa harmonierten gut, hatte doch der eine den Tagessieg und der andere das Gelbe Trikot vor Augen.

Nach etwa 2 Dritteln des Anstiegs wurde die Rampe zur Mur de Péguère erreicht. Kwiatkowski fiel aus der Verfolgergruppe zurück. Das Feld ums Gelbe Trikot zerbröselte in seine Einzelteile. Als nur noch die Kapitäne allein waren, also auch Froomes Helfer Nieve zurückgefallen war, führte Daniel Martin eine Gruppe mit Aru, Froome, Uran, Bardet, Meintjes, Yates und Bennett an. Die Top-Ten der Gesamtwertung, abzüglich der vorausfahrenden Landa und Quintana, waren also unter sich, bis Bennett abreißen ließ.

Aru pariert Froomes Attacken

Bereits relativ weit oben attackierte Froome 2-mal, als die Gruppe auf Kwiatkowski auflief. Jeweils parierte Aru. Bardet, Uran, Meintjes und Kwiatkowski blieben dran. Yates und Martin fielen kurzzeitig ab, kehrten aber kurz unterhalb des Gipfels zurück.

An der Spitze kam es kurz zuvor zum Zusammenschluss der beiden Duos. Barguil, Landa, Contador und Quintana nahmen die Abfahrt 1:33 Minuten vor der Gruppe ums Gelbe Trikot in Angriff. In der Spitzengruppe machte bergab und bis ins Ziel nun Landa die meiste Führungsarbeit, während sich Barguil etwas zurückhielt.

Unter den 8 Verfolgern herrschte keine rechte Einigkeit. In der Abfahrt attackierte zunächst Bardet, dann erneut 2-mal Froome. Aru hatte alles im Griff, indem er sich offenkundig nur auf diese beiden Gegner konzentrierte. Als Uran 11 Kilometer vor dem Ziel eine Lücke herausgefahren hatte, stopfte vor allem Kwiatkowski für Froome das Loch. Schließlich lösten sich erst Martin und dann Yates, die auf diese Weise 9 Sekunden herausfahren konnten.

In der Spitzengruppe kam es zur Sprintentscheidung zwischen den Bergfahrern. Contador versuchte es mit einem frühen Antritt einen halben Kilometer vor dem Ziel. Barguil passte auf und führte Quintana und Landa an Contador heran. Die abschließende 180-Grad-Kurve-, die nur 200 Meter vor dem Ziel zu absolvieren war, steuerte Contador von innen an. Barguil schoss mit offenbar besserer Streckenkenntnis und daher mehr Schwung außen vorbei und ließ keinem eine Chance. Quintana sprintete an Contador knapp vor der Linie vorbei. Landa ließ noch eine 2-Sekunden-Lücke aufgehen.


Vorschau auf diese Etappe: Die zweite und letzte Pyrenäen-Etappe der Tour de France 2017 ist für Klassementfahrer auf den ersten Blick weniger einladend als die Etappe am Vortag. Denn die letzten 27 Kilometer der 13. Etappe laufen am französischen Nationalfeiertag abfallend bis flach nach Foix aus, so dass man hier höchstens gemeinsam einem Gegner Zeit aufbrummen kann. Immerhin könnten die Kürze der 13. Etappe (nur 101 Kilometer) und der steile 3. Berg für Würze sorgen. Die Mur de Péguère steigt auf 9,3 Kilometern im Schnitt um 7,9 Prozent, wobei die letzten gut 3 Kilometer dieses Anstiegs besonders steil sind - mit Spitzen von 18 Prozent. Die Zielgerade in Foix ist dann nur 180 Meter lang und wird nach einer 180-Grad-Kehre erreicht.

12. Etappe Fr 14. Juli: 13. Etappe 14. Etappe

Tour de France 2017

Tour de France 2017
13. Etappe (101,0km)
von Saint-Girons
nach Foix

-km88 15:03 Seix
-km70 15:33 Col de Latrape
-km55 16:03 Col d'Agnes
-km27 16:50 Mur de Péguère

Etappensieg:
Warren Barguil (FRA)

Gelbes Trikot:
Fabio Aru (ITA)

Grünes Trikot:
Marcel Kittel (GER)

Bergtrikot:
Warren Barguil (FRA)

Weißes Trikot:
Simon Yates (GBR)

Teamwertung:
Sky

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